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Achsen und Steuerflächen

Wenn du ein Flugzeug fliegst, bewegst du dich nicht einfach nur geradeaus durch die Luft. Stattdessen verändert das Flugzeug ständig seine Lage und Richtung – beim Start, im Reiseflug oder bei der Landung. Ungewollt durch äußere Einflüsse wie Luftströmungen und gewollt durch dich. Daher ist es wichtig zu verstehen, wie sich ein Flugzeug im Raum verhält, besser gesagt sich um seine drei Achsen bewegt.

Die drei Achsen: Längs, Quer und Hoch

Die Längsachse verläuft von der Flugzeugnase bis zum Heck. Bewegungen um diese Achse nennt man Rollen. Dabei kippt das Flugzeug nach links oder rechts, ohne dass sich die Richtung der Nase wesentlich ändert. Diese Rollbewegung ist entscheidend für den Kurvenflug, denn bevor du eine Kurve fliegen kannst, musst du das Flugzeug erst einmal in eine Schräglage bringen.

Die Querachse reicht von einer Tragflächenspitze zur anderen. Eine Drehung um diese Achse bezeichnet man als Nicken. Dabei hebt oder senkt sich die Nase des Flugzeugs. Diese Bewegung bestimmt, ob du steigst oder sinkst. Gleichzeitig wirkt sich das Nicken aber auch auf die Geschwindigkeit aus:

Ziehst du die Nase nach oben, steigt das Flugzeug zunächst, verliert dabei gleichzeitig Geschwindigkeit oder benötigt mehr Leistung, um die Speed im Steigflug zu halten. Die dritte Achse ist die Hochachse, die senkrecht durch das Flugzeug verläuft. Bewegungen um diese Achse heißen Gieren. Dabei dreht sich die Nase nach links oder rechts. Diese Bewegung spielt vor allem beim Start, bei der Landung und im Kurvenflug eine wichtige Rolle.

Die Ruderflächen kontrollieren die Fluglage

Um die Bewegungen um diese drei Achsen zu steuern, verfügt ein Flugzeug über mehrere Ruderflächen. Die wichtigsten sind Querruder, Höhenruder, und Seitenruder. Mit den Querrudern steuerst du die Bewegung um die Längsachse und damit das Rollen. Steuerst du nach rechts, geht das rechte Querruder nach oben und das linke nach unten. Auf der rechten Tragfläche entsteht dadurch weniger Auftrieb, auf der linken mehr – das Flugzeug rollt nach rechts. Nebenbei entstehen durch diese Auftriebsunterschiede aber auch etwas störende Nebeneffekte, auf die wir aber erst später beim sauberen Kurvenflug noch einmal zurückkommen.

Mit dem Höhenruder steuerst du die Bewegung um die Querachse, also das Nicken. Wird es nach oben ausgeschlagen, hebt sich die Nase, wird es nach unten gedrückt, senkt sie sich. Auf den ersten Blick steuerst du damit den Steig- und Sinkflug, genau genommen veränderst du jedoch den Anstellwinkel der Tragfläche. Und damit bist du schon mitten drin in den Grundlagen der Fliegerei. Daher schon jetzt merken: Das Höhenruder beeinflusst den Anstellwinkel und darüber auch indirekt die Fluggeschwindigkeit.

Mit dem Seitenruder steuerst du die Bewegung um die Hochachse und drehst die Nase nach links oder rechts. Im Reiseflug wirst du es nur wenig brauchen, dafür umso mehr beim Start, bei der Landung und im Kurvenflug.

Die Landeklappen sitzen fast immer im inneren Bereich der Tragflächen. Im Gegensatz zu den anderen Rudern verursachen sie keine unmittelbare Drehung um eine der Achsen. Stattdessen verändern sie die Eigenschaften der Tragfläche, bzw. des Profils. Fährst du die Klappen aus, erhöhst du den maximalen Auftrieb und kannst dadurch mit geringerer Geschwindigkeit fliegen – ideal für die Landung.

Zusammenspiel im Flug

In der Praxis nutzt du später die Ruder nie einzeln. Ein sauberer Flug erfordert immer das Zusammenspiel mehrerer Steuerflächen. In einer Kurve leitest du mit dem Querruder die Schräglage ein, während du mit dem Seitenruder die Nase koordinierst und dadurch unerwünschte Effekte ausgleichst. Gleichzeitig musst du über das Höhenruder dafür sorgen, dass du deine Höhe nicht verlierst.

Probiere die Wirkung der einzelnen Steuerfunktionen und die sich daraus resultierenden Lageveränderungen um die drei Achsen dennoch aus, indem du im Aerofly FS immer nur eine Steuerfunktion bedienst. Nur wenn du die Reaktion auf die Steuerung im Einzelnen verstehst, wirst du später in der Lage sein, die gemeinsamen Steuereingaben zu koordinieren.